Crazy Frog - Crazy Hits

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mosi

Gast
Ein neuer Auftrag für die Jungs aus „Zurück in die Zukunft": Schnappt Euch den Delorean und zwei Kilometer Seil sowie ein paar Knebel. Reist bitte zurück nach, sagen wir einmal 1992. Und macht all diejenigen platt, die irgendwie mit Klingeltönen zu tun haben werden. Vielleicht auch noch die Jungs in den Marketingabteilungen der TV-Sender, bei denen uns Doof-Kücken Sweety, das bescheuerte Nashorn, der besoffene Elch, das Nilpferd im Tangaslip, die tanzende Kakerlake und der ganze Rest der degenerierten Pieps-Sippe ständig begegnen. Warum der Schreiber dieser Zeilen so unglaublich sauer ist? Wegen einer CD. Wirklich.

Von denen erscheinen nun jede Woche einige. Und davon sind wiederum einige sehr, sehr schlecht. Bands, die „kompromisslos ihr eigenes Ding durchziehen“, eine „Duftmarke in Sachen Nu-Rock setzen“ oder „der momentan heißeste Brit-Act überhaupt“ sind. Aber über die kann man schimpfen. Da lässt sich hoffen, dass die irgendwann aufhören, Musik zu machen.

Bei Crazy Frog ist das anders. Der ist da, und er nervt. Wie die Silberfische, die in der Besteckschublade zwischen Messer- und Gabelfach leben, hat er keine Emotionen, keine Zielsetzung, keinen Geschmack, nicht einmal schlechten. Er quakt. Und das so laut und penetrant, dass sich die jungen Menschen dieser Republik das auf ihr Telefon laden. Plötzlich quakt er auch im Bus, auf dem Marktplatz, im Kino. An Orten, an denen man keine Musik hören möchte, und erst recht nicht solche, die aus einem schäbigen Mobiltelefon kommt. Jetzt hat er also ein Album veröffentlicht. „Crazy Hits“. Da werden ohnehin untergründig schlechte Songs („Don't You Want Me“, „I Like To Move It“, „Whoomp, There It Is“) noch einmal ein Niveau tiefer angesiedelt. Simple Dancefloor-Arrangements, ein nervtötender Synthie. Und eben dieses Gequake, das es zusätzlich in diversen Video- und Game-Bonusversionen gibt.

Man könnte jetzt den Zeigefinger heben. Der Plattenindustrie die Leviten lesen. Von der Liebe zur Musik reden, vom Unterschied zwischen Kunst und Produkt. Das lassen wir bleiben. Wir rufen stattdessen noch einmal bei Marty McFly und Doc Brown durch. Und fragen sie, was sie eigentlich für einen Klingelton haben. Vor der Antwort haben wir etwas Angst.

Genre: Dancefloor (Klingeltonmusik)
VÖ: erschienen
Label / Vertrieb: Mach 1 - Ministry Of Sound/edel
Bewertung: Zeitverschwendung
EAN-Code: 4029758648827
Quelle: teleschau - der mediendienst

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